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Bericht der Schülerin Helen Büchner zum Unterichtsgang im bilingualen Geschichtsunterricht der Kl. 10d/Bovermann

 

Kriegsspuren in der Stadt Mülheim erkunden

Tagesprotokoll vom 09.02.2017

Wenn ich ehrlich bin habe ich immer gedacht, dass Mülheim unwichtig in der Vergangenheit Deutschlands ist. Vielleicht hatte ich auch noch nie so richtig darüber nachgedacht, dass jedoch Mülheim die "kleine" Stadt, in der wir leben, solch eine bedeutende, wenn auch versteckte Rolle in der Vergangenheit gespielt hat, hätte ich nicht gedacht. Und um diese Rolle im ersten und zweiten Weltkrieg zu erkunden, machte ich mich zusammen mit meiner Klasse, Fr. Bovermann und dem Historiker Dr. Schmitz am Donnerstag, den 09/02/2017 auf die Suche nach Spuren sowie Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg.

Die Erkundung startete im Uhlenhorst um 08:15 Uhr. Wir versammelten uns alle an der Endstation der Straßenbahn, ein paar hundert Meter von mir Zuhause entfernt. Dass sich selbst dort die Spuren des 2. Weltkrieg erkennen lassen, ist beeindruckend und überraschend zugleich. Wir liefen ca. 10 Minuten zum Ehrenfriedhof Mülheims.

Direkt am Eingang fiel mir auf, dass diese Kriegsgräberstätte sich von den üblichen unterschied. Hr. Dr. Schmitz bestätigte meine Erkenntnis, indem er uns erklärte, dass der Ehrenfriedhof von Mülheim, anders als normalerweise, wie ein Park gebaut wurde. Die Gräber sind dem Waldbestand entsprechend angepasst worden, was sich in den kurvenreichen Wegen wiederspiegelte und nicht, wie sonst häufig, geometrisch systematisch aufgebaut. Wir durften in Gruppen den Friedhof erkunden und bei einem Blick auf die Grabsteine bestätigte sich ebenfalls eine Vermutung: Nicht nur Soldaten aus dem 2. Weltkrieg sind dort begraben, auch Gefallene des 1. Weltkrieges wurden dort beigesetzt. Nachdem wir diese Feststellung Dr. Schmitz erläuterten, fügte dieser hinzu, dass ebenfalls Verstorbene einer Grippewelle auf dem Ehrenfriedhof Ruhe finden. Des Weiteren fielen uns beim Gang über den Friedhof, welcher am Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden ist, die ungewöhnlich individuelle Vielfalt der Gräber auf.

Nicht nur Symbole wie Adler, Löwen, Schwerter oder Helme trugen zur Würdigung der Gefallenen bei, auch kleine Bänke, die neben den Gräbern platziert worden sind, dienten der Erinnerung an die Verstorbenen. Auf Nachfrage wurde uns erzählt, dass diese einst für Pilger errichtet worden sind, die sich neben die Gräber auf die Bänke setzten und den Toten gedankten. Eine Statue, welche einen Mann darstellt, wurde ebenfalls zu Gunsten der Würdigung in der Mitte des Friedhofes errichtet. Ein weiteres Symbol, dass oft auf Grabsteinen zu erkennen war, ist ein umgekehrtes "YI, das aus dem Germanischem für das Wort "gestorben" steht.

Leider sind einige Objekte der Gräber von Metalldieben gestohlen worden. So auch der Helm, sowie das Schwert, die einst auf einem großen Stein ruhten, welcher früher noch am Eingang des Friedhofes stand. Er ist eine Anlehnung an die germanische Kultur, erklärte uns der Historiker. 1942-1943 - die "Pechjahre" Mülheims, spiegeln sich auch in Form von etlichen Kriegskratern wieder, die wir nach der Erkundung des Ehrenfriedhofs aufsuchten. Es waren riesige Löcher, welche im Boden des Waldes zu sehen waren. Hr. Dr. Schmitz erklärte uns, dass man von der Vogelperspektive aus, genau erkennen kann, wie die Bomben in einer Reihe abgeworfen worden sind. Die Aussage, dass allein in zwei Nächten zu dieser Zeit 25.000 Menschen in Dresden, durch Bombenangriffe gestorben sind, überrumpelte mich ebenfalls.

Auch alte Eisenbahnschienen und einen Bunker bekamen wir zu Gesicht. Die Tatsache, dass Mülheim ein Arbeitslager im 2. Weltkrieg hatte, schockierte mich.

Nach diesem Ausflug kann ich ganz klar bezeugen, dass auch Mülheim an der Ruhr, eine eigentlich recht unscheinbare Stadt, überraschender Weise viel über die Geschichte Deutschlands zu berichten hat.

 

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