Schülerinnen und Schüler mit einer Autismus-Spektrums-Störung an der Realschule Broich

Seit einigen Jahren werden an der Realschule Broich in nahezu allen Jahrgängen Schülerinnen und Schüler (SuS) mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) unterrichtet. Bei einigen SuS liegt neben der autistischen Beeinträchtigung ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung vor.  
SuS mit einer ASS zeigen in unterschiedlichem Ausmaß Besonderheiten und Auffälligkeiten im Bereich der Wahrnehmungsverarbeitung (insbesondere im Bereich der visuellen und auditiven Wahrnehmung und der Körpereigenwahrnehmung). Sie agieren häufig geleitet von speziellen Interessen / Begabungen und ritualisieren Handlungen und Situationen. Besonders große Auffälligkeiten zeigen diese SuS im Bereich der Kommunikation und des sozialen Handelns. So fällt es ihnen in der Regel schwer, sich in andere Personen hineinzuversetzen und soziale Regeln zu verstehen und einzuhalten.
Nicht selten werden daher in der Realschule Broich SuS mit einer ASS von sogenannten Integrationshilfekräften begleitet und unterstützt. Die Aufgaben einer Schulbegleitung sind vielfältig und auf die Bedürfnisse des einzelnen Schülers abgestimmt. Sie reichen von der Vorbereitung und Strukturierung der konkreten Lern- und Arbeitssituation (z.B. Einrichten des Tisches, Klärung der notwendigen Materialien, Hilfe bei Raumwechsel), über die Unterstützung im Bereich von Hausaufgabennotizen und dem Aufschreiben von wichtigen Informationen, bis hin zur Begleitung in schwierigen sozialen Situationen (Konflikte mit Mitschülern, Probleme im Bereich des Pausenverhaltens, etc.).  

 

Damit SuS mit einer ASS in der Realschule gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern lernen können, kamen in den letzten Schuljahren an der Realschule Broich folgende (sonder)pädagogische Maßnahmen zum Tragen:

·        enge Zusammenarbeit mit und Beratung durch Frau Engels-Daniel (Autismusberatung an Schulen der Bezirksregierung Düsseldorf, Schulamtsbezirk Mülheim an der Ruhr)

·        Schaffen von individuellen Lernsituationen, je nach den individuellen Möglichkeiten der SuS mit ASS (u.U. Rückzugsmöglichkeiten einräumen, Strukturierung von Zeit, Raum und Material, etc.)

·        individueller Nachteilsausgleich (z.B. separater Raum zum Schreiben von Klassenarbeiten, je nach Bedürfnislage)

·        Beratung und Fortbildung zum Thema „Autismus“ von Kolleginnen und Kollegen sowie einzelner Schülergruppen (Klassenkameraden, AGs, etc. )

·        Betreuung und Beratung der Integrationshelfer/innen

·        Austausch und Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, Kliniken und Therapeuten, insbesondere dem Autismus Therapie Zentrum (ATZ), Mülheim.

Sollten Sie Rückfragen haben oder eine Beratung wünschen, stehen Ihnen die Förderschulkräfte der Realschule gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie diesbezüglich einen Termin bei Frau Nagel im Sekretariat.


Irmi Engels-Daniel

(Förderschullehrerin/ Autismusberatung für das Schulamt Mülheim an der Ruhr)

Inklusion: Sonderpädagogische Unterstützung an der Realschule Broich                        

Bereits seit einigen Jahren werden Schülerinnen und Schüler (SUS) vereinzelt mit sonderpädagogischem Förderbedarf inklusiv an der Realschule Broich unterrichtet. Seit Beginn des Schuljahres 2013/ 2014 wurden in den Eingangsklassen zunehmend Kinder mit verschiedensten Förderschwerpunkten integriert.

Von Anfang an legten die verschiedenen Professionen einen Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit in folgende Aufgabenbereiche:

·         Beobachten von Schülerinnen/ Schülern (SUS) im Unterricht;

·         Kind-Umfeld-Analysen erstellen;

·         Beratung der Regelschullehrer und Regelschullehrerinnen im Hinblick auf die individuelle Förderung und den Umgang mit den SUS;

·         Führen von Einzelgesprächen mit den SUS;

·         Einzelförderung der SUS;

·         Unterstützung der Regelschullehrerinnen und Regelschullehrer bei Elterngesprächen;

·         Installieren, Fortschreiben und Evaluieren von Förderplänen;

·         beratende und unterstützende Zusammenarbeit mit den Integrationskräften zur Optimierung der Förderung der SUS;

·         Ausgleich von Teilleistungsschwächen (LRS, Dyskalkulie,..) durch individuell festgeschriebene Nachteilsausgleiche bei Klassenarbeiten und Prüfungen;

·         regelmäßige Teamgespräche zwischen den Integrationskräften, den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern als auch -nach Bedarf- mit der Schulsozialarbeiterin und den verantwortlichen medizinischen als auch psychologischen Beratungsstellen der Stadt Mülheim an der Ruhr (Autismuszentrum, SPZ; ..).

Somit stellen die Betrachtung der Rolle und der Aufgaben einer Schule innerhalb eines inklusiven Schulsystems wichtige Handlungsfelder in den Vordergrund. Unterrichten, Diagnostizieren, Beraten und Unterstützen zählen mitunter zu den Kernkompetenzen, welche alltäglich von allen am Lernprozess der Kinder Beteiligten professionell zu erfüllen sind. Die Entwicklung eines inklusiven Schulsystems ist unbedingt als eine systemische Entwicklung zu sehen, welche nur gemeinsam mit allen Beteiligten gelingen kann.

Zum Schuljahr 2015/2016 wurden erstmalig an der Realschule Broich zieldifferent zu unterrichtende Schüler aufgenommen. Um eine kontinuierliche Doppelbesetzung gewährleisten zu können, bildete das Schulleiterteam nach gründlicher pädagogischer Analyse und einhergehender Beratung der verschiedenen Lernausgangssituationen der Schülerinnen und Schüler eine „Inklusionsklasse“. Hier wird nun seit Beginn des neuen Schuljahres auf die individuellen Lern- und Förderbedürfnisse eingegangen. Ziel ist, die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler als positiv zu werten und die Lernangebote entsprechend zu gestalten, dass Zugangsbarrieren zum Lernen möglichst minimiert werden. Hier hat die Realschule ein für die Schülerinnen und Schüler ausgesprochen ansprechendes Setting gestaltet. Der Klassenraum verfügt über einen abgetrennten Lernbereich, in dem je nach Bedarf Inhalte in Einzelförderung oder in Kleinstgruppen erarbeitet, vertieft und gefestigt werden. Eine „Entspannungsecke“ schenkt allen Lernenden die Möglichkeit, je nach individuellem Leistungsvermögen ungestört in eine kurze Ruhephase zu gehen. Pädagogische Materialien (Bücher, Puzzles, Knetbälle …) stehen dort dauerhaft zur Verfügung.

Die Lehrerinnen und Lehrer der Inklusionsklasse tragen die gemeinsame Verantwortung für die Erziehung und Bildung der Kinder/ Jugendlichen. Sie verstehen sich als einen Teil eines multiprofessionellen Teams, das den Erfordernissen für ein erfolgreiches Lernen dieser Schülergruppe gewachsen sein muss. Dabei gilt es, täglich Schnittmengen bei Lerninhalten zu sehen, individuelle Lernwege zu erkennen und bereitzustellen als auch die entsprechenden Lernarrangements zu schaffen. Die sonderpädagogische Arbeit an der Regelschule wird zunehmend ein selbstverständlicher Bestandteil des gemeinsamen Lernens und Wachsens werden.

Lernberatungsgespräche innerhalb des Teams als auch die beständige Präsenz und Bereitschaft zu einem intensiven, vertrauensvollen Austausch zwischen Schule und Elternhaus stellen für alle an der Realschule Broich unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer eine der wichtigsten Bedingungsfaktoren innerhalb des schulischen Alltags dar.

Die Realschule Broich hat sich auf ihren Weg zu einem inklusiven Schulsystem gemacht. Eine inklusive Beschulung erfordert ein sehr hohes Maß an Professionalität bei allen Beteiligten. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern unserer Schülerinnen und Schüler stellt dabei eine für uns unerlässliche Aufgabe dar, denn ein neues Zusammenwachsen als auch eine qualitativ gelungene Umsetzung benötigt viel Zeit.

Für weitere Rückfragen stehen Ihnen die Förderschulkräfte der Realschule Broich sehr gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie diesbezüglich einen Termin bei Frau Nagel im Sekretariat.

S. Bayazit (Förderschullehrerin)



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